Kuriositäten

Mykotoxine

Im Zusammenhang mit Getreide hört man oft den Begriff Mykotoxine: aber was bedeutet das?

Per Definition sind Mykotoxine giftige Substanzen, die von Pilzen produziert werden. In Wirklichkeit gibt es verschiedene Arten und sie wirken sich gezielt auf unterschiedliche Getreidesorten aus. Je nach Art und Spezies können sie bereits in sehr geringen Konzentrationen giftig sein. In den Industrieländern stellt dies seit einigen Jahren ein besorgniserregendes Problem dar und wird daher genau beobachtet.

Dank modernen Technologien und Softwareprodukten ist es möglich Prognosen über mögliche Kontaminationen zu geben. Sie sind in der Lage meteorologische Daten und Topografien der einzelnen Regionen und der jeweilig angebauten Getreidesorten zu erstellen. Pilze bevorzugen nämlich feuchte Umgebungen und warme Temperaturen für ihre Aktivität: zunehmend optimale Bedingungen, die durch den Klimawandel verursacht werden. Die Pilze reagieren auch empfindlich auf Veränderungen bei den Anbaupflanzen (wenn man z. B. vom Mais- zum Weizenanbau übergeht, steigt das Risiko eines Pilzbefalls).

Der größte Schaden für die Kulturen entsteht, wenn die jungen Pflanzen im Frühjahr aus dem Boden kommen und die bereits im Boden vorhandenen Pilzsporen aufnehmen. Diese können sich dann unter den richtigen Feuchtigkeits- und Temperaturbedingungen zunächst auf den Ähren (die teilweise blassrosa gefärbt sind) und dann auf den Getreidekörnern entwickeln. Ist die Verunreinigung hoch, kann das Getreide nicht einmal mehr als Futtermittel verwendet werden, sondern nur in einer Verbrennungs- oder Biogasanlage entsorgt werden. Dies bedeutet für den Erzeuger einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden.

Andere Arten von Mykotoxinen können in Getreideladungen nachgewiesen werden, die lange Zeit unter suboptimalen Bedingungen gelagert wurden. In diesem Zusammenhang gibt es eine goldene Regel für die Lagerung von Getreide: Der Grenzwert von 14 % Feuchtigkeit im Produkt darf nicht überschritten werden. Bei niedriger Luftfeuchtigkeit sind die Bedingungen für die Entwicklung von Pilzen nicht möglich.